Philatelistische Chronik der Saar-Region


Periode Datum Ereignis
1794-1815 Die Saar-Region als Teil Frankreichs
Département de la Sarre - Département du Mont Tonnerre
20. April 1792 Erster Koalitionskrieg; Frankreich beginnt die Revolutionskriege mit der Kriegserklärung gegen die erste Koalition.
1794 Die Saar-Region wird von französischen Truppen besetzt.
17. Oktober 1797 Der Frieden von Campo Formio beendet den ersten Koalitionskrieg; Frankreich annektiert das linke Rheinufer und damit auch die Saar-Region.
1798 Administrative Errichtung der Départements de la Sarre sowie Mont-Tonnerre
9. Februar 1801 Durch den Frieden von Luneville werden die Départements de la Sarre und Mont-Tonnerre auch völkerrechtlich Teil Frankreichs.
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1815-1871 Die Saar-Region nach dem Wiener Kongress
Kgr. Bayern - Fsm. Birkenfeld - Fsm. Lichtenberg - Kgr. Preussen
18. September 1814 In Wien beginnt der Kongress zur Neuordnung Europas nach dem Sturz Napoléons
9. Juni 1815 In Wien endet der "Wiener Kongress" mit der Unterzeichnung der Schlussakte (Acte final) durch die Signatarmächte Österreich, Russland, Preussen, Grossbritannien, Frankreich, Portugal, Spanien, Schweden.
9. Juni 1815 Das Rheinland wird völkerrechtlich Teil des Königreichs Preussen.
1816 Die heutige Saarpfalz (Landkreise Homburg und St. Ingbert) gelangt als Teil des Rheinkreises zum Königreich Bayern.
1816 Die ehemaligen französischen Kantone St. Wendel, Grumbach und Baumholder am rechten Ufer der Nahe werden dem Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Saalfeld für seine Verdienste in den Kriegen gegen Napoléon zugeteilt. Diese Gebiete liegen weit vom Kern des Herzogtums entfernt und sind daher ungeliebt.
22. April 1816 Die preussische Provinz "Grossherzogtum Niederrhein" nimmt seine Arbeit auf:
- Regierungsbezirk Trier
- Regierungsbezirk Coblenz (ab 1926 Koblenz)
- Regierungsbezirk Aachen
6. März 1819 Das Gebiet der ehemaligen französischen Kantone St. Wendel, Grumbach und Baumholder wird in Fürstentum Lichtenberg umbenannt. Ab September 1824 bis zu ihrem Tod 1831 residiert die (ab 1826) geschiedene Ehefrau des Herzogs, Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg in St. Wendel.
Das Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld wird nach Aussterben des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg am 11. August 1826 zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha.
22. Juni 1822 Zusammenlegung der königlich preussischen Provinzen
- Grossherzogtum Niederrhein
- Jülich-Kleve-Berg
zu den "Rheinprovinzen".
Mai 1830 Die preussischen "Rheinprovinzen" werden in "Rheinprovinz" umbenannt und sind unterteilt in:
- Regierungsbezirk Trier
- Regierungsbezirk Coblenz (ab 1926 Koblenz)
- Regierungsbezirk Aachen
- Regierungsbezirk Düsseldorf
- Regierungsbezirk Cöln
31. Mai 1834 Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha verkauft das Fürstentum Lichtenberg gegen eine jährliche Rentenzahlung von 80'000 Talern an das Königreich Preussen.
22. September 1834 In St. Wendel erfolgt die Erbhuldigung des Fsm. Lichtenberg gegenüber dem Oberpräsidenten der königlich preussischen Rheinprovinz Ernst von Bodelschwingh.
22. März 1835 Das Gebiet des ehemaligen Fsm. Lichtenberg wird als Landkreis St. Wendel in den Regierungsbezik Trier eingegliedert.
1837 Der Rheinkreis wird in Pfalz (auch bayerische Pfalz) umbenannt.
1860 Fertigstellung der Rhein-Nahe-Bahn nach 3 Jahren Bauzeit. Strecke: Bingerbrück-Creuznach-Oberstein-St. Wendel-Neunkirchen (Saar)
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1871-1918 Die Saar-Region im deutschen Kaiserreich
Kgr. Bayern - Fsm. Birkenfeld - Kgr. Preussen
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1918-1920 Die Saar-Region unter französischer Administration
Occupation
11. November 1918 Waffenstillstand
23. November 1918 Französische Truppen - anfänglich die 18. Infanterie-Division unter Général Joseph Andlauer - besetzen im Zuge der Rheinlandbesetzung auch die Saar-Region; hier sind ab Februar 1919 die 127. Infanterie-Division sowie das 18. Jägerbataillion stationiert.
ab November 1918 Französische Feldpost
Für die Normalpost der Armeeangehörigen nach Frankreich oder den Kolonien in Nordafrika, dem Herkunftsgebiet vieler Soldaten, gilt Gebührenfreiheit. Der Absender notiert auf seiner Post rechts oben den Vermerk F.M. (Franchise militaire) oder S.M. (Service militaire), um die Sendung als Militärpost kenntlich zu machen. Abstempelung durch Aufgabepostamt mit Tagesstempel
Tresor et Postes.
Ausgenommen von der Gebührenfreiheit sind besondere Versendungsformen (Einschreiben etc.) und Postesendungen an Empfänger ausserhalb Frankreichs und dessen Kolonialreiches.
1919 Das für die französische Rheinarmee zuständige Haupt-Feldpostamt Bureaau Frontiere D verlegt kurzfristtig von Le Bourget nach Saarbrücken, bis es endgültig an den Bahnhof Metz verlegt wird; die genaue Verweildauer des Haupt-Feldpostamts in Saarbrücken ist nicht bekannt.
Für das Territoire du bassin de la Sarre ist von 1919-1930 das stationäre Feldpostamt
Secteur postale 219 (S.P. 219) mit Sitz in Saarbrücken zuständig.
17. Februar 1919 Général Joseph Andlauer wird Administrateur supérieure de la Sarre, also Chef der französischen Militärverwaltung; bis 20. November 1919
28. Juni 1919 Unterzeichnung des Versailler Vertrages; das Saarland unmittelbar betreffen die Artikel 45-50 sowie 40 dazugehörige Dispositionen im Anhang.
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1920-1935 Die Saar-Region als Mandatsgebiet des Völkerbundes
Territoire du bassin de la Sarre - Saargebiet
10. Januar 1920 Der Versailler Vertrag tritt in Kraft. Das durch den Vertrag geschaffene Saargebiet (Territoire du Bassin de la Sarre) wird für 15 Jahre Mandatsgebiet des Völkerbundes. Die Republik Frankreich erhält als Wiedergutmachung für die von Deutschen in Frankreich angerichteten Schäden ohne zeitliche Begrenzung das Eigentum an den Steinkohlegruben und das Recht zur alleinigen Nutzung der Steinkohlenvorkommen im Saargebiet.
26. Januar 1920 Eine international zusammengesetzte Regierungskommission, welcher immer ein Saarländer angehört, übernimmt im Namen des Völkerbundes die Verwaltung des Saargebiets.
30. Januar 1920 Ersttag der Briefmarken des Saargebietes (ehemals preussischer Teil); Germania-Ausgabe der Reichspost mit Überdruck Sarre
1. März 1920 Ersttag der Briefmarken des Saargebietes (ehemals bayerischer Teil); König Ludwig-Ausgabe der bayerischen Post mit Überdruck Sarre
10./12. April 1920 Ersttag der Briefmarken des Saargebietes; Germania-Ausgabe der Reichspost mit Überdruck SAARGEBIET
15. April 1920 Letzttag der Briefmarken der Germania- resp. König Ludwig-Ausgaben ohne Aufdruck im Saargebiet.
Juni 1924 Trennung der Zuständigkeiten der französischen Finanzverwaltung von denen der Postverwaltung. Der Feldpoststempel Tresor et Postes 219 wird durch den Stempel Poste aux Armees ersetzt.
12. Dezember 1930 Die letzten französischen Truppen - Teil der internationalen Bahnschutztruppe, die die Sicherheit der Versorgungswege der französischen Rheinarmee gewährleistete - verlassen das Saargebiet; auch das für die französische Feldpost zuständige S.P. 219 in Saarbrücken wird aufgelöst.
10. Februar 1933 Gasometer-Explosion in Neunkirchen.
13. Januar 1935 An diesem Sonntag findet in den Gemeinden des Saargebiets der Volksentscheid statt (Saarabstimmung, Plébiscite de la Sarre). Über 90 Prozent der Abstimmungsberechtigten - 672'500 Einwohner, die bereits 1919 ihren Wohnsitz im Saargebiet hatten - votieren für einen Anschluss an Hitlerdeutschland.
28. Februar 1935 Letzttag der Briefmarken des Saargebiets.
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1935-1945 Die Saar-Region im Dritten Reich
Reichsland Saarland - Gau Saarpfalz
1. März 1935 Ersttag für die Briefmarken der Deutschen Reichspost im ehemaligen Saargebiet.
9. Oktober 1938 Eröffnung des Gautheaters Saarpfalz in Saarbrücken. Es erscheinen gleichentags zwei Sondermarken und die Post Saarbrücken führt einen Sonderstempel.
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1945 Die Saar-Region unter alliierter Administration
Zone d'occupation française en Allemagne
24. Oktober 1944 Anerkennung der provisorischen Regierung Frankreichs unter Général Charles De Gaulle durch die USA; Grundlage für die Beteiligung Frankreichs an der Besetzung des Grossdeutschen Reiches inkl. des seit 1938 mit Deutschland zu Grossdeutschland vereinigten austrofaschistischen, diktatorisch regierten Ständestaates Österreich.
4.-11. Februar 1945 Konferenz von Jalta. Die Vertreter der Siegermächte, Franklin D. Roosevelt, Winston Churchill und Josef Stalin beschliessen die Zerschlagung des Grossdeutschen Reiches und die Aufteilung in Besatzungszonen.
19. März 1945 Die erste Poststelle in dem von den Alliierten, resp. Konkret von US-Truppen, besetzten westlichen Teil des Deutschen Reiches nimmt in Aachen den Betrieb auf. Als Frankatur kommen die Briefmarken der AM-Post (Allied Military) zum Einsatz, die im August 1944 in den USA hergestellt und bereits im September 1944 nach Europa verschifft worden waren.
21. März 1945 US-Amerikanische Truppen der 7. US-Armee haben die gesamte Saar-Region besetzt; über dem Saarbrücker Rathauseingang weht das Sternenbanner. Der gesamte zivile wie behördliche Postverkehr, sofern nnicht ohnehin bereits zusammengebrochen, kommt zum Erliegen. Der Postverkehr in der Saar-Region wird von den US-amerikanischen Militärbehörden verboten.
29. April 1945 Französische Truppen dringen unter heftigen Gefechten gegen grossdeutsche und somit auch österreichische Truppen in das Vorarlberg ein; Vorarlberg und Nordtirol werden in Folge der Potsdamer Konferenz Teile der französischen Besatzungszone.
4. Mai 1945 Die US-Militärs ernennen den Saarbrücker Rechtsanwalt Dr. Hans Neureuther zum Regierungspräsidentn im neu eingerichteten Regierungspräsidium Saarbrücken.
5. Mai 1945 Teilkapitulation der Wehrmacht im Nordwesten des Grossdeutschen Reiches am 4. Mail 1945 gegenüber den britischen Streitkräften auf dem Timeloberg durch den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg (Feldmarschall Montgomery war bei der Kapitulation zugegen); diese Teilkapitulation tritt am 5. Mai 1945 um 7:00 Uhr in Kraft.
7. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Reims durch Generaloberst Jodel vor dem alliierten Oberkommandierenden General Eisenhower; die bedingungslose Kapitulation tritt am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr in Kraft.
8. Mai 1945 VE-Day. Das Grossdeutsche Reich ist besiegt. In den deutschen und österreichischen Reichsteilen
8. Mai 1945 Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Karlshorst vor dem sowjetischen Oberbefehlshaber Marschall Schukow sowie dem britischen Air Vice Marshal Tedder (Stellvertreter von General Eisenhower) durch Generalfeldmarschall Keitel für das OKW und das Heer, Generaladmiral von Friedeburg für die Marine und Generaloberst Stumpf für die Luftwaffe; hierdurch erfolgt die Ratifikation, der am Vortag in Reims unterzeichneten Kapitulation.
9. Mai 1945 Die Ratifizierung der bedingungslosen Kapitulation in Karlshorst um 23.01 Uhr findet nach Moskauer Zeit am 9. Mai 1945 statt; für Russland ist dies bis heute der Tag des totalen Sieges über das Deutsche Reich.
5. Juni 1945 „Berliner Erklärung“ der Oberbefehlshaber der vier Alliierten (Frankreich, Grossbritannien, Sowjetunion und USA); Übernahme der obersten Regierungsgewalt in den besetzten Gebieten; seit dem 1. Zonenprotokoll vom 12. September 1944 definiert als das Deutsche Reich in seinen Grenzen vom 31. Dezember 1937 (vor dem Beitritt des austrofaschistischen Österreichs zum Grossdeutschen Reich und dem für die Alliierten schmachvolle Münchner Abkommen von 1938).
22. Juni 1945 Frankreich einigt sich mit den USA und Grossbritannien über den Grenzverlauf der Zone d'occupation française en Allemagne.
4. Juli 1945 Die vier Alliierten übernehmen im österreichischen Teil Grossdeutschlands die oberste Regierungsgewalt und teilen auch diesen in vier Besatzungszonen auf; Wien wird wie Berlin zu einer geteilten Stadt; die Österreicher verhalten sich nach der totalen Niederlage cleverer als deutsche Politiker, gerieren sich schnell als Opfer, denn als Täter (was nicht nur aufgrund der allzu offensichtlichen Unterstützung von flüchtigen Nazis beispielsweise durch den österreichischen, katholischen Bischof Alois Hudal, der „Rattenlinie“, oder durch die „Waldheim-Affäre“ in den Augen der Weltöffentlichkeit gründlich misslingt).
9. Juli 1945 Innerhalb der sowjetischen Besatzungszone werden per Dekret die Länder Mecklenburg, Sachsen, Thüringen sowie die Provinzen Sachsen und Mark Brandenburg gegründet.
10. Juli 1945 Französische Truppen rücken für die abziehenden US-Truppen in die Saarregion ein. Wie schon unter der US-amerikanischer Besatzung ist der gesamte Postverkehr untersagt und bleibt es bis zum 31. August 1945.
Eine vordringliche administrative Aufgabe der Militärbehörden ist die Wiederherstellung des Post-, Fernsprech-, Telegraphen-, Funk- und Rundunkbetriebs.
17. Juli - 2. August 1945 Potsdamer Konferenz der alliierten Regierungschefs im Schloss Cecilienhof (Harry S. Truman, Josef Stalin, Winston Churchill - ab 28. Juli 1945 ersetzt durch Clement Attlee).
25. Juli 1945 Der Militärgouverneur des ehemaligen Saargebiets, Général Louis-Constant Morlière, gliedert das von den Amerikanern ins Leben gerufene Regierungspräsidium Saar unter Dr. Hans Neureuter aus dem Zuständigkeitsbereich des ebenfalls von den Amerikanern gegründeten Oberpräsidiums Mittelrhein-Saar in Neustadt aus. Das ehemalige Saargebiet untersteht weiterhin dem Alliierten Kontrollrat.
26. Juli 1945 Kriegspremier Winston Churchill tritt nach der verlorenen Unterhauswahl zurück. Nachfolger wird Clement Attlee.
26. Juli 1945 Auf der Potsdamer Konferenz wird das Saarland der französischen Besatzungszone zugewiesen.
29. Juli 1945 Frankreich unterstellt das ehemalige Saargebiet einer provisorischen Truppenverwaltung unter Général Louis-Constant Morlière (Gouvernement Militaire de la Sarre).
31. Juli 1945 Saarland: Die französischen Behörden errichten für die Saar-Region eine Oberpostdirektion Saar.
2. August 1945 Potsdamer Abkommen: am 1. August 1945 wird das Abschlussprotokoll der Konferenz unterzeichnet. Dieses Dokument, in dem die Beschlüsse, Vereinbarungen und Absichtserklärungen der drei Siegermächte festgehalten sind, wird „Potsdamer Abkommen“ genannt. Eine um acht Abschnitte gekürzte Fassung wird unmittelbar nach Ende der Verhandlungen unter dem Titel „Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin“ im „Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland“ publiziert. Die Langfassung wird erst am 24. März 1947 vom US-Außenministerium veröffentlicht. Zentrales Element des Potsdamer Abkommens sind die 4D = Denazifizierung, Demilitarisierung, Demokratisierung, Dezentralisierung.
6. August 1945 Atombombenabwurf über Hiroshima.
9. August 1945 Atombombenabwurf über Nagasaki.
16. August 1945 Saarland: Der Behördenpostverkehr zwischen saarländischen und französischen Behörden an Behörden oder Privatleute wird aufgenommen. Barfrankierung mit Stempeln „Gebühr bezahlt“ resp. „Taxe perçue“ (letzteres eher selten).
25. August 1945 Saarland: Der Postverkehr wird auf Krankenhäuser, Versorger, Versicherungen, Krankenkassen und Banken ausgeweitet; weiterhin Barfrankierung.
25. August 1945 Frankreich: Das französische Kriegskabinett thematisiert die Zukunft des Saarlands.
30. August 1945 Colonel Gilbert Grandval wird Gouverneur des Saarlandes und als „Délégué supérieure“ Chef der „Délégation supérieure de la Sarre“; Die Verwaltung des Saarlandes ist anfänglich eine Übergangslösung, die massgeblich durch die Anordnungen Grandvals mit Leben gefüllt wird; die weitere Entwicklung im Saarland ist noch offen und ist von vielen noch unwägbaren Faktoren abhängig.
1. September 1945 Saarland: Der private Postverkehr wird nach und nach (Nördlicher Teil der Zone d'occupation française en Allemagne, innerhalb der gesamten ZOF etc.) wieder zugelassen und umgehend rege genutzt. Barfrankierung mit Stempeln „Gebühr bezahlt“ resp. „Taxe perçue“ (letzteres eher selten).
15. September 1945 Rundschreiben Nr. 2 der französischen Militärregierung in Baden-Baden. Wiederaufnahme des zivilen Briefverkehrs (innerhalb der Zone d'occupation française en Allemagne).
3. Oktober 1945 Général Charles de Gaulle besucht das Saarland und verspricht den Saarländern Unterstützung beim Wiederaufbau.
im Oktober 1945 Sowjetisch-Persische Konfrontation (Beginn des Kalten Kriegs)
im Oktober 1945 Colonel Gilbert Grandval richtet in der Verwaltung des Saarlandes eine Abteilung für Wiederaufbau und Stadtplanung ein, der Architekten wie Pingusson, Lefèvre, Mougenot, Sive, Menès und Roux angehören.
21. Oktober 1945 Frankreich: Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung mit Begrenzung des Mandats auf 7 Monate
26. Oktober 1945 Durch Alliierte Kontrollratsdirektive Nr. 15 wird für das besetzte Deutsche Reich eine einheitliche Uhrzeit eingeführt: GMT+1
27. Oktober 1945 Saarland: Der Postverkehr wird auf alle Besatzungszonen ausgeweitet, weiterhin Barfrankierung.
30. Oktober 1945 Verfügung der französischen Militärregierung in Baden-Baden: Zulassung des Interzonenverkehrs.
1. Dezember 1945 Die französischen Besatzungsbehörden bilden die Verwaltungseinheit Südbaden.
17. Dezember 1945 In der Zone d’occupation française en Allemagne beginnt die Ausgabe von Briefmarken der Wappen und Dichter mit den Werten zu 10, 12, 20, 30 (Reichs-) Pfennig und zu 1 (Reichs-) Mark; die Bildmotive wurden von französischen Künstlern entworfen und graviert, die Marken von der französischen Staatsdruckerei in Paris gedruckt.
Ende 1945 In der Zone d’occupation française en Allemagne (inkl. Saarland) dürfen politische Parteien gegründet werden und Gesuch auf Zulassung stellen.
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1946 Die Saar-Region unter französischer Administration
Séparation et annexion
1. Januar 1946 Frankreich: Verstaatlichung der Banque de France.
7. Januar 1946 Die Alliierten Siegermächte erkennen das besetzte und in Besatzungszonen unterteilte Österreich als staatliche Einheit an; massgebend sind die Grenzen von 1937; Österreich bleibt weiterhin besetzt und wird erst 1955 souverän.
5. Januar 1946 Die ersten Werte der Ausgabe Wappen und Dichter kommen an die saarländischen Postschalter.
8. Januar 1946 Frankreich: Verstaatlichung mehrerer Energieversorger. Die Électricité de France (EdF) entsteht.
11. Januar 1946 Zone d'occuation française en Allemagne: die Werte der Ausgabe Wappen und Dichter zu 1, 3, 5, 8, 15, 24 (Reichs-) Pfennig gelangen an die Postschalter
23. Januar 1946 Frankreich: Félix Gouin wird anstelle von Charles de Gaulle Präsident der provisorischen Regierung; es folgten bis Januar 1947 die Regierungen Georges Bidault und Léon Blum.
13. Februar 1946 Im Saarland werden die Christliche Volkspartei (CVP), die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes (SPS) und die Kommunistische Partei des Saarlandes (KPS) als politische Parteien zugelassen.
16. Februar 1946 Frankreich annektiert das Saarland. Das Saarland wird der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrats in Berlin entzogen; die Briefmarken der Allgemeinen Ausgabe bleiben im Saarland frankaturgültig.
17. Februar 1946 Der französische Aussenminister Georges Bidault erklärt vor der französischen Nationalversammlung, dass die französische Regierung das Eigentum an den Saargruben übernimmt und eine Wirtschafts-, Zoll- und Währungsunion des Saarlandes mit Frankreich anstrebt; auf welche Weise diese Ziel erreicht werden soll, bleibt noch offen; die weitere Entwicklung im Saarland wird für politische Beobachter dennoch klarer.
5. März 1946 Frankreich: Durch ein Abkommen wird Vietnam unter der Führung von Ho Chi Minh Autonomie innerhalb der Union française zugestanden.
5. März 1946 In Saarbrücken wird Radio Saarbrücken als Nebensender des SWF (Südwestfunk) gegründet.
18. März 1946 Sendestart von Radio Saarbrücken mit Ansprache Gilbert Gandvals an die Saarländer und musikalische Gestaltung durch das Synphonie-Orchester Metz.
20. März 1946 Saarland: die Werte der Ausgabe Wappen und Dichter zu 1, 3, 5, 8, 15, 24 (Reichs-) Pfennig gelangen an die Postschalter
28. März 1946 Saarland: die Werte der Ausgabe Wappen und Dichter zu 2 und 5 (Reichs-) Mark gelangen an die Postschalter.
1. April 1946 Zone d'occuation française en Allemagne (inkl. Saarland): Wiederzulassung des Auslandspostverkehrs.
1. April 1946 Zone d'occuation française en Allemagne: die Werte der Ausgabe Wappen und Dichter zu 2 und 5 (Reichs-) Mark gelangen an die Postschalter.
8. April 1946 Saarland: Im französischen Aussenministerium wird auf Vorschlag des Mitlitärgouverneurs Pierre Kœnig die Entscheidung getroffen, die Militärregierung des Saarlandes unter Gilbert Grandval der Zuständigkeit der Militärregierung in Badan-Baden zu entziehen und Paris direkt zu unterstellen.
19. April 1946 Frankreich: Erster Verfassungsentwurf zur IV. Repblik, die die noch im Krieg gegründete povisorische Regierung ablösen soll.
2. Mai 1946 Frankreich: Der erste Verfassungsentwurf der IV: Republik wird in einem Referendum von den französischen Bürgern abgelehnt.
18./19. Mai 1946 In Saarlouis werden die „Französischen Festtage an der Saar“ begangen.
18. Mai 1946 In Saarlouis wird auf der Vauban-Insel ein Denkmal für Michel Ney, Maréchal d'Empire, eingeweiht; dieses Denkmal wird wenige Monate später Vorlage des Bildmotivs des 84 Pfennig-Werts der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland.
2. Juni 1946 Frankreich: Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung
1. Juli 1946 Operation Crossroads. Die USA demonstrieren ihren Führungsanspruch durch zwei Atombombenexplosionen im Bikini-Atoll.
18. Juli 1946 156 Gemeinden der Provinz Rhein Hesse-Nassau - ehemals bayerische Pfalz resp. südlicher Teil des preussischen Rheinlandes - werden zu Lasten der französischen Besatzungszone dem "Délégué Supérieure de la Sarre" unterstellt (Anordnung Nr. 8 von Général Pierre Kœnig vom 18. Juli 1946); das Saarland - bisher in den Grenzen des ehemaligen Saargebiets - erhält erstmals eine gemeinsame Grenze mit dem Grossherzogtum Luxemburg; mit der Verfügung Nr. 73 vom 18. Juli 1946 werden die neu zum Saarland gehörenden Gebiete den Landkreisen Saarburg und St. Wendel angeschlossen.
Grund für die Gebietserweiterung ist die Erweiterung des Industriereviers Saar um ein mehr agrarisch geprägtes Umland zur Versorgung der in der Industrie tätigen Menschen.
20. Juli 1946 Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt des französischen Oberkommandos treten die Anordnung Nr. 8 betreffend der territorialen Erweiterung und die Verfügung Nr. 73 insichtlich administrative Zuordnung in Kraft.
1. August 1946 Die am 18. Juli 1946 angeordneten Gebietsveränderungen werden umgesetzt.
20. August 1946 Auflösung der Wehrmacht durch Kontrollratsgesetz Nr. 34
30. August 1946 Erst nach der Gebietserweiterung des Saarlandes wird durch Verordnung Nr. 57 von Général Pierre Kœnig in der Zone d'occupation française en Allemagne die Verwaltungseinheit Rheinpfalz gegründet.
6. September 1946 Rede des US-Aussenministers James F. Byrnes in Stuttgart:
„Die Vereinigten Staaten sind nicht der Meinung, dass es Frankreich, welches von Deutschland in 70 Jahren drei Mal überfallen wurde, seinen Anspruch auf das
Saargebiet verweigern kann, dessen Wirtschaft seit langer Zeit eng mit Frankreich verbunden ist. Es ist selbstverständlich, dass Frankreich seine Reparationsansprüche gegen Deutschland anpassen müsste, wenn das Saargebiet mit Frankreich vereinigt wird.“
Indirekte Anerkennung der Annexion des Saarlandes durch Frankreich.
13. September 1946 Zweite Rundfunkansprache Gilbert Grandvals. Er ruft alle Saarländer zur Teilnahme an den ersten freien Kommunalwahlen auf.
15. September 1946 Erste Kommunalwahl im Saarland nach Kriegsende. Die Wahlbeteiligung liegt bei erstaunlichen 93,8%! CVP 52,4%; SPS 25,5%; KPS 9,1%; Freie Listen 13%. Die Wahlen in der Zone d'occupation française en Allemagne finden dagegen auf Anordnung von Général Pierre Kœnig vom 8. Oktober 1946 erst Ende des Jahres 1946 statt.
15. September 1946 Verordnung 46, Artikel 1: Für das Saargebiet wird ein mit finanzieller Selbstständigkeit ausgestattetes Rundfunkamt errichtet, das mit der Leitung des Betriebes des Senders Saarbrücken beauftragt wird. Die erläuternde Verfügung Nr. 19 zeigt Leitungsstruktur und Finanzierung auf. Radio Saarbrücken inst autonom. Obschon eine Zensurbehörde bestand, wurde im Gegensatz zum SWF in Baden-Baden beim Radio Saarbrücken nachweislich keine Zensur ausgeübt.
29. September 1946 Frankreich: Die verfassungsgebende Nationalversammlung nimmt den zweiten Verfassungsentwurf zur IV. Republik an.
3. Oktober 1946 Dritte Rundfunkansprache Gilbert Grandvals.
8. Oktober 1946 Gouverneur Gilbert Grandval löst das Regierungspräsidium Saar unter Dr. Hans Neureuter und damit die letzte verbliebene administrative Verbindung zur Zone d'occupation française en Allemagne auf..
Grandval setzt eine
Einstweilige Verwaltungskommission von sieben Direktoren (Ministern) unter dem Vorsitz von Erwin Müller ein (Commission Provisoire d'Administration du Territoire de la Sarre).
Die Zusammensetzung - 3 CVP, 2 SPS, 1 KPS, 1 Parteiloser - spiegelt das Ergebnis der Gemeinderatswahlen vom 15. September 1946 wider. Die
Verwaltungskommission kann als Vorläuferin der 1947 gewählten Saar-Regierung angesehen werden.
13. Oktober 1946 Frankreich: In einem Referendum wird die Verfassung der IV. Republik knapp angenommen.
26. Oktober 1946 Im Saarland wird die Demokratische Vereinigung des Saarlandes (DVS) als politische Partei zugelassen.
27. Oktober 1946 Frankreich: Die IV. Republik entsteht.
20. November 1946 Der Zusatz „Einstweilig” für die Verwaltungskommission wird gestrichen (neu: Commission d'Administration du Territoire de la Sarre).
23. November 1946 Frankreich: Beschuss der Stadt Haiphong durch den französischen Schlachtkreuzer „Seffren”. Beginn des Indochinakriegs.
2. Dezember 1946 Beschluss zur wirtschaftlichen Zusammenlegung der US-amerikanischen mit der britischen Besatzungszone.
19. Dezember 1946 Frankreich: Die französische Regierung ruft in Vietnam das Kriegsrecht aus.
22. Dezember 1946 Das Saarland wird in das französische Zollgebiet ingegriert. Zwischen dem Saarland und dem besetzten ehemaligen Deutschen Reich wird eine von rund 1200 französischen Zöllnern streng bewachte Grenze errichtet (obschon dieser Teil des besetzten ehemaligen Deutschen Reichs zur Zone d’occupation française en Allemagne gehört); hierdurch soll unter anderem der ohnehin untersagte Geldverkehr zwischen dem Saarland und den besetzten Gebieten unterbunden werden. Der Aussenministerrat der Alliierten Siegermächte billigt diese Massnahme, eine klare Zustimmung zur Abtrennung. Die Staatsgrenze zu Frankreich bleibt weiterhin bestehen.
Die Briefmarken der Ausgabe Wappen und Dichter der
Zone d'accupation française en Allemagne bleiben im Saarland frankaturgültig.
27. Dezember 1946 Der Druck der ersten Briefmarkenausgabe für das Saarland Berufe und Ansichten aus dem Saarland (1. Offenburger Ausgabe) beginnt bei der Druckerei Franz Burda in Offenburg mit den Marken des 75 Pfennig-Werts.
Winter 1946/47 Europa erlebt den bislang strengsten Winter des 20. Jahrhunderts. Von November 1946 bis Ende März 1947 herrschen in vielen Teilen Minusgrade; viele Flüsse frieren zu und verschärfen hiermit das - aufgrund der in weiten Teilen Europas zerstörten Infrastruktur - bestehende Transportproblem massiv.
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1947 Die Saar-Region unter französischer Administration
Préparation et transition
1. Januar 1947 Der Beschluss vom 2. Dezember 1946, die US-amerikanische und die britische Zone wirtschaftliche zu vereinigen, tritt in Kraft; Geburtsstunde der Vereinigten Witschaftszone, im Volksmund resp. umgangssprachlich „Bizone“ genannt.
10. Januar 1947 Die Marken zu 12 und 75 (Reichs-) Pfennig werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
16. Januar 1947 Frankreich: Vincent Auriol wird von der nationalversammlung als Staatspräsident Frankreichsgewählt.
20. Januar 1947 Die Marken zu 12 und 75 (Reichs-) Pfennig gelangen an die saarländischen Postschalter (Saar I).
22. Januar 1947 Frankreich: Paul Ramadier wird von der Nationalversammlung als Ministerpräsident gewählt; die Zeit der provisorischen Regierungen ist vorüber.
25. Januar 1947 Die Marken zu 24 und 45 (Reichs-) Pfennig werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
4. Februar 1947 Die Marken zu 24 und 45 (Reichs-) Pfennig gelangen an die saarländischen Postschalter (Saar I).
8. Februar 1947 Die Marken zu 6, 16 und 84 (Reichs-) Pfennig sowie zu einer (Reichs-) Mark werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
13. Februar 1947 Gouverneur Gilbert Grandval beauftragt den Vorsitzenden der Verwaltungskommission Erwin Müller, eine Kommission zur Ausarbeitung einer Verfassung für ein autonomes und teilsouveränes Saarland zu bilden.
17. Februar 1947 Die Marken zu 6, 16 und 84 (Reichs-) Pfennig sowie zu einer (Reichs-) Mark gelangen an die saarländischen Postschalter.
22. Februar 1947 Die Marken zu 2, 3, 8, 10, 20, 25, 30, 40, 50, 60 und 80 (Reichs-) Pfennig werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
28. Februar 1947 Frankreich: Syrien wird aus der Kolonialverwaltung entlassen und damit unabhängig.
7. März 1947 Die Marken zu 2, 3, 8, 10, 20, 25, 30, 40, 50, 60 und 80 (Reichs-) Pfennig gelangen an die saarländischen Postschalter; die Briefmarkenausgabe Saar I ist damit komplett.
8. März 1947 Das Institut d'Études Supérieures de Hombourg wird als Zweigstelle der Universität Nancy eingeweiht; anfänglich ausschliesslich zur Ausbildung von Medizinern gedacht wird daraus der Nukleus der ein Jahr später mir französischer Hilfe gegründeten Universität des Saarlandes.
17. April 1947 Frankreich: Syrien wird aus der Kolonialverwaltung entlassen und damit unabhängig.
21. April 1947 Die drei Westmächte unterzeichnen am Rande einer Vier-Mächte-Konferenz in Moskau ein Abkommen über die deutsche Kohleproduktion: „Sobald die Saar wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen wird, soll die für die Verteilung der europäischen Kohle verantwortliche Stelle eine neue Verteilung der Produktion vornehmen.”
Eine weitere indirekte Anerkennung der Annexion des Saarlandes durch Frankreich.
18. Mai 1947 Die französische Militärregierung für die Zone d'occupation française en Allemagne in Baden-Baden unter Général Pierre Kœnig gründet die Länder Baden, Rheinland-Pfalz und Württemberg-Hohenzollern.
23. Mai 1947 Saarland: Die Mitglieder der Verfassungskommision unter dem Vorsitzenden Johannes Hoffmann werden ernannt; die Auswahl erfolgte aufgrund des Ergebnisses der Gemeinderatswahl vom 15. September 1946. Aufgabe: Ausarbeitung einer Verfassung für ein autonomes und teilsouveränes Saarland, dass dem schädlichen Einfluss des Deutschen Reiches entzogen werden soll.
4. Juni 1947 Dekret der französischen Regierung, mit Wirkung vom 16. Juni 1947 die Reichsmark im Saarland ausser Kurs zu setzen; erster Schritt zur Währungsreform vom 19. November 1947.
8. Juni 1947 Gebietsarrondierung des Saarlandes (Verordnung Nr. 93 von Général Pierre Kœnig vom 6. Juni 1947) tritt mit Veröffentlichung im Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Kraft; die Verordnung wird durch den französischen Militärgouverneur für das besetzte Deutsche Reich erlassen, da die Veränderung Gebiete der Zone d'occupation française en Allemagne betreffen.
Einige Gemeinden des Kreises Saarburg werden aus dem Saarland ausgegliedert und werden Teile des neu gebildeten Landes
Rheinland-Pfalz; 13 Gemeinden, die bis dahin zu den Landkreisen Birkenfeld und Kusel gehörten, treten dafür dem Saarland (Landkreis St. Wendel) bei.
8. Juni bis Anfang Juli 1947 Im Landkreis Saarburg sind Mischfrankaturen mit Briefmarken des Territoire de la Sarre sowie des Landes Rheinland-Pfalz möglich.
10. Juni 1947 Der Umtausch von Reichsmark in (Saar-) Mark beginnt (nach der Gebietsarrondierung).
16. Juni 1947 Währungsreform Teil I: Die (Saar-) Mark löst die Reichsmark als gesetzliches Zahlungmittel ab (Tauschkurs 1:1, bei Umtauschpflicht). Die Reichsmark wird ausser Kurs gesetzt, vorhandene Bestände eingezogen. Zweisprachige Banknoten zu 1, 2, 5, 10, 50 und 100 Saar-Mark, gedruckt von der Banque de France in Paris, werden von der Mission économique française en Sarre ausgegeben. Die nach 1945 geprägten Reichspfennig-Münzen wie auch die bislang ausgegebenen und auf Reichsmark lautenden Briefmarken (Saar I und Allgemeine Ausgabe) behalten im Saarland vorerst ihre Gültigkeit.
Ziel dieser
kleinen Währungsreform ist es, vor der geplanten Währungsreform einen Zufluss von Reichsmark aus Restdeutschland zu unterbinden und gleichzeitig einen Überblick über die im Saarland vorhandenen Währungsbestände zu erhalten.
Sommer 1947 Die Vorräte an Briefmarken werden aus Sicht der Postdirektion in Saarbrücken knapp; als Ursache werden unter anderem Markenhortungen durch Firmen und Private aufgrund der finanziellen Instabilität der Reichsmark/Saar-Mark ausgemacht; diese Wahrnehmung ist - wie die registrierte Anzahl der im März 1948 vernichteten Markenbögen zeigt - nicht korrekt; dennoch bestellt die P.T.T. bei der Druckerei Franz Burda neue Marken.
Bei der Druckerei Franz Burda sind die Druckvorlagen und Druckzylinder nicht mehr vorhanden resp. gebrauchsfähig; die P.T.T. wünscht einige Änderungen an den Bildmotiven; daher ensteht eine „Neuausgabe“ der Ausgabe
Berufe und Ansichten aus dem Saarland (2. Offenbacher Ausgabe), zwar unter Verwendung der von Vytautas Kazimieras Jonynas entworfenen Vorlagen aber - nach einigen Retuschen, bspw. die Berücksichtigung der Währungsumstellung beim höchsten Wert - unter Verwendung neu angefertigter Diapositive.
Ebenso kommt ein weisseres Papier (durchgehend ohne Wasserzeichen), eine glatte und hellere Gummierung sowie eine ähnliche, jedoch nicht ganz mit den Werten der
Saar I übereinstimmende Farbe zum Einsatz.
Aus Sicht der
Postdirektion nicht mehr benötigte Werte zu 6, 8, 25, 40, 45, 75 und 80 Pfennig, werden nicht nachbestellt.
25. September 1947 Der Entwurf einer Verfassung des Saarlandes wird veröffentlicht.
5. Oktober 1947 Wahlen im Saarland zur Verfassungsgebenden Versammlung. Die Wahlbeteiligung liegt wieder bei erstaunlichen 95,7%! CVP 51,2%; SPS 32,8%; KPS 8,4%; DPS 7,6%.
Knapp 92% der Wahlberechtigten sprechen sich
für die Autonomie des Saarlandes und dessen wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich aus.
13. Oktober 1947 Der Druck der Neuausgabe der Briefmarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland (2. Offenbacher Ausgabe) beginnt bei der Druckerei Franz Burda mit den Marken des 24 Pfennig-Werts.
14. Oktober 1947 Konstituierende Sitzung der Verfassungsgebenden Versammlung des Saarlandes in Saarbrücken.
20. Oktober 1947 Die saarländische Postdirektion liefert je einen Bogen pro Bildmotiv der Briefmarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland (insg. also 6 Bögen) an die Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei GmbH in Saarbrücken.
24. Oktober 1947 Die Marken zu 15, 16 und 24 Pfennig der Neuausgabe werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
8. November 1947 Die Verfassungsgebende Versammlung in Saarbrücken verabschiedet die Verfassung des Saarlands.
Das
Saarland wird ein (teil-)autonomer Staat mit parlamentarischem Regierungssystem; in der Präambel zur Verfassung werden die Unabhängigkeit der Saar von Deutschland und ihr wirtschaftlicher Anschluss an Frankreich festgelegt.
Der Französischen Republik werden die Auslandsvertretung und die militärische Verteidigung des Saarlandes übertragen, welches dadurch faktisch zu einem französischen Protektorat wird.
12. November 1947 Die Marken zu 2, 3 und 20 Pfennig der Neuausgabe werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
12. November 1947 Trennung der P.T.T. des Saarlandes mit Sitz in Saarbrücken von der P.T.T. der Zone française d’occupation en Allemagne mit Sitz in Baden-Baden durch Konstitutionsverfügung Nr. 254
15. November 1947 Währungsreform Teil II: Gesetz 47-2158 Art. 1 der französischen Nationalversammlung betreffend Einführung des französischen Franken als gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland;
Tauschkurs 1 Saar-Mark = 20 Saar-Franken (Erlass 47-2170 Abs. 2) obschon nach Kaufkraft eher ein Tauschkurs 1:40 korrekt gewesen wäre.
15. November 1947 Die Marken zu 10, 30, und 60 Pfennig der Neuausgabe werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
November/Dezember 1947 Der Überdruck der vorhandenen Markenbestände der Briefmarkenausgabe Berufe und Ansichten aus dem Saarland (1. Offenbacher Ausgabe) sowie der von der Druckerei angelieferten zweiten Auflage (2. Offenbacher Ausgabe) mit Wert- und Währungsangabe in Franken wird durch die Malstatt-Burbacher Handelsdruckerei GmbH durchgeführt; der Überdruck wird im Buchdruckverfahren auf einer Flachform-Druckmaschine (Heidelberger Automat) aus dem Hause Heidelberger ausgeführt.
16. November 1947 Erste Berichte in saarländischen Illustrierten haben die bevorstehende Währungsreform per 19. November 1947 zum Thema.
17. November 1947 Die Direktion der P.T.T. des Saarlandes in Saarbrücken erlässt ein neues Regelwerk mit überarbeiteten Bestimmungen zum Postverkehr und aktualisierten Beförderungstarifen in Frankenwährung; es umfasst drei Abschnitte:
- Postverkehr innerhalb
Saarland
- Postverkehr mit
Frankreich
- Postverkehr mit dem
Ausland inkl. der besetzten Gebiete des ehemaligen Deutschen Reichs
19. November 1947 Offizielle Bekanntmachung der „grossen“ Währungsreform auf den nächsten Tag.
19. November 1947 Der Militärverwaltung unter Gilbert Grandval erscheint der Zeitpunkt für die Zuordnung der besetzten Gebiete des Deutschen Reichs zum Ausland im Postverkehr nicht opportun; die Direktion der P.T.T. des Saarlandes muss das neue Regelwerk in aller Eile überarbeiten und um einen vierten Abschnitt ergänzen; neu:
- Postverkehr innerhalb Saarland
- Postverkehr mit Frankreich
- Postverkehr mit dem Ausland
- Postverkehr mit den besetzten Gebiete des ehemaligen Deutschen Reichs (ermässigter Tarif)
20. November 1947 Der französische Franken ist gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland. Restbestände der Saar-Mark können bis Mitte Januar 1948 für Zahlungen verwendet und bis zum 30. Juni 1948 bei der Saarländischen Rediskontbank gegen Franken eingetauscht werden.
20. November 1947 Die Grenze zwischen dem Saarland und Frankreich (Lothringen) wird geöffnet.
20. November 1947 Die Briefmarken der Überdruckausgabe (Saar II) zu 12 Pf/2 Fr (nur Urdruck), 15 Pf/3 Fr sowie 24 Pf/6 Fr gelangen an die saarländischen Postschalter; das überarbeitete Regelwerk mit Bestimmungen für den Postversand sowie aktualisierten Beförderungstarifen tritt in Kraft.
20. November 1947 Einigen Postbeamten ist die kurzfristig erfolgte Anpassung der Beförderungstarife nach den besetzten Gebieten des ehemaligen Deutschen Reichs nicht bekannt; es kommt daher zu Frankaturen zum höheren Auslandstarif.
20.-27. November 1947 Mischfrankaturen von Briefmarken der Allgemeinen Ausgabe der Zone française d’occupation en Allemagne, der Saar I und der Saar II sind möglich.
21. November 1947 Die Marken zu 50 und 84 Pfennig der Neuausgabe werden von der Druckerei Franz Burda an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
24. November 1947 Der Druck der Neuausgabe der Briefmarkenserie Berufe und Ansichten aus dem Saarland (2. Offenburger Ausgabe in Saar-Mark und Pfennig) wird bei der Druckerei Franz Burda mit dem Druck der letzten Bögen des 12 Pfennig-Wertes abgeschlossen; die Marken zu 12 Pfennig sowie 1 Saar-Mark werden an die P.T.T. in Saarbrücken versandt.
27. November 1947 Die Briefmarken der Überdruckausgabe (Saar II) zu 2 Pf/10 Cent., 3 Pf/60 Cent., 10 Pf/1 Fr, 16 Pf/4 Fr, 20 Pf/5 Fr, 30 Pf/9 Fr sowie 60 Pf/14 Fr gelangen an die saarländischen Postschalter.
28. November 1947 Die Briefmarken der Allgemeinen Ausgabe der Zone française d’occupation en Allemagne sowie der Saar I sind im Saarland nicht mehr frankaturgültig.
6. Dezember 1947 Die Briefmarken der Überdruckausgabe (Saar II) zu 12 Pf/2 Fr (nur Neuauflage), 50 Pf/10 Fr, 84 Pf/20 Fr sowie 1 SM (Saar-Mark)/50 Fr gelangen an die saarländischen Postschalter; die Briefmarkenausgabe Saar II ist damit komplett.
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1947-1956 Die Saar-Region als souveräne Republik
État Sarrois - Saarland - Sarre
15./17. Dezember 1947 Die Verfassung des Saarlandes ist auf den 15. Dezember 1947 datiert und tritt durch Veröffentlichung im Amtsblatt des Saarlandes Nr. 67 am 17. Dezember 1947 in Kraft.
15. Dezember 1947 Die am 5. Oktober 1947 gewählte Verfassungsgebende Versammlung wird zum ersten saarländischen Landtag (konstituierende Sitzung) und damit zur Legislative des autonomen Saarlands.
17. Dezember 1947 Die am 8. Oktober 1946 von Gouverneur Gilbert Grandval einberufene Verwaltungskommission übernimmt bis zur Bildung einer Regierung die Regierungsgeschäfte.
21. Dezember 1947 Regierungsbildung im Saarland. Das Kabinett unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann (CVP) übernimmt die Regierungsgeschäfte.
Die Arbeit der französischen Verwaltung unter dem Délégué supérieure
Gilbert Grandval ist beendet; die Arbeit des französischen „Hohen Kommissars“ Gilbert Grandval, der auf Schloss Halberg residiert, beginnt (offiziell am 1. Januar 1948).
Das Saarland ist von nun an ein
teilautonomer Staat (ebenso wie zu dieser Zeit - und bis heute - beispielsweise Andorra, Liechtenstein, Monaco oder San Marino).
Von Selbständigkeit, Gebiets- und Währungsreform sind die zerschlagenen und weiterhin besetzten deutschen und österreichischen Gebiete dagegen noch weit entfernt.
Im
Saarland findet eine sehr strenge Entnazifizierung statt. Nazis und Kriegsverbrecher gelangen nicht in politisch oder wirtschaftlich verantwortungsvolle Positionen, wie dies reihenweise in den anderen Besatzungszonen und später in der Regierungszeit Adenauers in der BRD geschieht.
28.-30 Dezember 1947 Verheerendes Saarhochwasser
1. Januar 1948 Der Hochkommissar Gilbert Grandval untersteht direkt dem französischen Aussenministerium in Paris; seine Aufgabe: die Einhaltung der in der Verfassung fesgelegten Richtlinien - insb. deren Präambel - zu überwachen und die Interessen Frankreichs zu wahren.
15. Januar 1948 Der französische Franken wird alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland.
30. März 1948 Dekret der französischen Regierung: das Saarland wird in das französische Zoll- und Währungsgebiet eingegliedert (Union franco-sarroise); das Dekret tritt am 1. April 1948 in Kraft.
31. März 1948 Die Marken der Saar II, also der in Franken-Währung überdruckten Werte der 1. und 2. Offenburger Ausgaben werden von den saarländischen Postschaltern zurückgezogen.
1. April 1948 Zoll- und Währungsunion zwischen dem autonomen Saarland und Frankreich.
9. April 1947 Die mit französischer Unterstützung gegründete Universität des Saarlandes nimmt in Homburg den Lehrbetrieb auf. Gründungsrektor - bis 1950 - ist Jean Barriol (1909-1989)
15. Mai 1947 Zwischen der Republik Frankreich und dem autonomen Saarland besteht Reisefreiheit.
31. Mai 1948 Die Marken der Saar II, also die in Franken-Währung überdruckten Werten der 1. und 2. Offenburger Ausgaben verlieren ihre Frankaturgültigkeit.
15. Juli 1948 Das Staatsbürgerschaftsgesetz tritt in Kraft; die Bürger des autonomen Saarlandes erhalten Identitätskarten und eine eigene Staatsangehörigkeit: Nationalité Sarrois
Für Reisen ins Ausland erhalten die Saarländer einen französischen Reisepass (die Aussenbeziehungen des Saarlandes werden durch die Republik Frankreich wahrgenommen).
15. Dezember 1948 Französisch-Saarländisches Kulturabkommen u.a. zu den Themen: Austausch von Lehrpersonen, finanzielle Unterstützung der Universität des Saarlandes, internationale Vertretung saarländischer Sportler und Sportverbände.
23. April 1949 Letzte Gebietsveränderung des autonomen Saarlandes nach dem Krieg: die Gemeinde Kirrberg tritt dem Saarland bei.
1. Mai 1949 Auch fast anderthalb Jahre nach Gründung des autonomen Saarland ist das ehemalige Deutsche Reich zerschlagen und besetzt, keine Autonomie, keine Währungsreform, keine Kulturabkommen.
31. Oktober 1949 Die Regierung des Saarlandes stellt Antrag auf Aufnahme in den Europarat.
3. März 1950 Der französische Aussenminister Robert Schuman und der saarländische Regierungschef Johannes Hoffmann unterzeichnen in Paris 12 Staatsverträge (sogenannte Konventionen) zur Regelung des Verhältnisses zwischen der Republik Frankreich und dem autonomen Saarland.
4. April 1950 Der saarländische Landtag als Legislative ratifiziert die im Monat zuvor unterzeichneten Staatsverträge; das offiziell noch bestehende Besatzungsstatut für das Saarland wird durch diesen Akt beendet (davon waren beide Deutsche Staaten wie auch Österreich noch sehr weit entfernt).
3. August 1950 Das Saarland wird assoziiertes Mitglied im Europarat und immer mehr als ein selbständiges Land in Europa wahrgenommen.
4. November 1950 Das Saarland gehört zu den Erstunterzeichnern der Europäischen Menschenrechtskonvention; die Unterschrift leistet Innenminister Edgar Hector.
21. Mai 1951 Die DPS agitiert offen für einen Anschluss an die Bundesrepublik Deutschland und damit gegen die in der Verfassung von über 90% der Wahlberechtigten festgeschriebene Unabhängigkeit des Saarlandes von Deutschland; die Konsequenz: die DPS wird als verfassungsfeindliche Partei verboten.
im Jahr 1951 Parteien, die ganz offensichtlich Marionetten der Regierung Adenauer in der BRD sind, verfassungsfeindlich agitieren und reihenweise mit bekennenden Nazis durchsetzt sind wie die im Untergrund tätige und von Bonn finanzierte Saar-CDU (mit den Nazis Franz-Josef Röder, Norbert Brinkmann), werden im Saarland wenig überraschend nicht zugelassen, was in der patriachalisch geführten Adenauer-Republik zu einem Aufheulen der immer noch rechtslastigen Pressewölfe führt.
Man muss sich das etwa so vorstellen: der Autokrat Erdogan versucht mit Hilfe islamistischer, von ihm finanzierter und gegängelter Parteien in der BRD und begleitet von medialen Attacken auf die deutsche Regierung den Anschluss der BRD an die Türkei durchzusetzen. Unvorstellbar?
Genauso ging Adenauer in seinem Alleinvertretungswahn gegen die Regierung Hoffmann und gegen den von 92% der Saarländer demokratisch gefällten Entscheid zur Autonomie und Wirtschaftsunion mit Frankreich vor.
23. Oktober 1955 Volksabstimmung über die Europäisierung des Saarlandes
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seit 1957 Die Saar-Region als Teil der Bundesrepublik Deutschland
Bundesland Saarland
1. Januar 1957 Das Saarland verliert seine staatliche Souveränität und wird als Bundesland der Bundesrepublik Deutschland einverleibt.
6. Juli 1959 Die Wirtschaftsunion zwischen dem Saarland und Frankreich wird beendet.
1. Januar 2004 Die vorläufig letzte Gebietsveränderung des Saarlandes. Ein Gebietsteil der Gemeinde Freisen mit 53 Einwohnern wird in das Nachbarland Rheinland-Pfalz umgegliedert.
10. Januar 2020 Saarhundert. Vor 100 Jahren tritt der Versailler Vertrag in Kraft und aus der Saar-Region wird erstmals eine räumliche Einheit; das Saargebiet
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